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Strom

Mitten im Herzen Europas begab sich Rainer Rehfeld auf fotografische Entdeckungstour. Zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz erkundete er auf einer Länge von insgesamt 67 Stromkilometern das obere Mittelrheintal, jene weltbekannte, millionenfach besuchte, legendenumwobene bis mythisch überhöhte, vor allem aber identitätsstiftende deutsche Seelenlandschaft. Doch was mag den Düsseldorfer Fotografen bewogen haben, diese nationale Mythensuppe ein weiteres Mal aufzukochen wie es bereits große Lichtbildner und ungezählte anonyme Knipser vor ihm taten?
Gleichwie trat er dabei in die literarischen Spuren eines Victor Hugo, dem bereits 1845 der Rhein als »der Fluss, von dem alle Welt redet und den niemand studiert, den alle Welt besucht und niemand kennt« anmutete. – Ein frischer, heutiger Blick also auf das bis dato eben doch nur vermeintlich bekannte Terrain, unter dessen kitschig überhöhter Mythen- und Romantikkruste vieles im Verborgenen liegt

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Strom

Wie kaum ein anderer spiegelt dieser einzigartige geschlossene Landschaftsraum, wo sich die natürlich ausgeformte Flusslandschaft mit der von Menschenhand gestalteten Kulturlandschaft nahezu deckt, die jahrtausendealte Geschichte des Abendlandes. Seine Baudenkmäler und rebenbesetzten Terrassenhänge, seine Höhenburgen und auf schmalen Uferleisten zusammengedrängten Orte bilden den Inbegriff der Rheinromantik. Von der wahrhaftigen Großartigkeit dieser Landschaft war Rainer Rehfeld während seiner topografischen Auskundschaftung geradezu ergriffen. Allein, im eigentlich Unbekannten erstarkten auch Gefühle von Nähe und Vertrautheit – von Heimat … Oder waren sie gar der eigentliche Auslöser?

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